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Als Jesus weinte
©Asher Intrater März 2007

Die Schrift berichtet dreimal von Yeshua (Jesus), der weinte. Aus diesen Versen können wir etwas über Sein Herz und etwas für unser eigenes geistliches Leben lernen.

Sieg über den Tod
Das erste Mal ist, als Yeshua zum Grab von Lazarus kommt. Er spürte die Traurigkeit des Todes über allen Seinen Freunden und Verwandten.

Johannes 11, 33 und 35-36

Als nun Jesus sie (Maria, Lazarus Schwester) weinen sah und die Juden weinen, die mit ihr gekommen waren, wurde er im Geist erzürnt und wurde erschüttert.

Jesus weinte.

Da sprachen die Juden: Siehe, wie lieb hat er ihn gehabt!
Yeshua weinte, als er es mit den Kräften des Todes und der Sünde der Menschheit aufnahm. Er fühlte Mitleid mit der misslichen Lage der Menschen. Die Tatsache, dass Yeshua wusste, er würde Lazarus sogleich von den Toten auferwecken, hielt Ihn nicht davon ab, den Schmerz und die Traurigkeit derer zu fühlen, die Ihn umgaben.

Lazarus Lage ist nicht anders als die aller Menschen, da wir alle unter die Kraft des Todes gefallen sind. Gottes Liebe für uns ist so tief, dass Gott selbst über unsere Sünde weint. Es war diese Liebe, die Yeshua dazu trieb, sich kreuzigen zu lassen und in den Tod und die Hölle hinab zu steigen, damit Er uns retten könnte.

Das Schicksal Jerusalems
Das zweite Mal da Yeshua weinte, war seine Ankunft in Jerusalem. Obwohl Yeshua in Bethlehem geboren wurde, damit die Schrift erfüllt würde, in Nazareth aufwuchs, Seinen Dienst in Kapernaum aufbaute, betrachtete Er dennoch Jerusalem als Seine Stadt, das Zentrum Seines Königreichs. Jerusalem ist die Stadt des grossen Königs (Psalm 48, 2); und Yeshua ist der grosse König dieser Stadt.

Lukas 19, 41-44

Und als er sich näherte und die Stadt sah, weinte er über sie, und sprach:

„Wenn auch du an diesem Tag erkannt hättest, was zu deinem Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen.

Denn Tage werden über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall um dich aufschütten und dich umzingeln und dich von allen Seiten einengen und sie werden dich und deine Kinder in dir zu Boden werfen… dafür dass du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.“

Oft werde ich gefragt, warum es für Juden – besonders für orthodoxe Juden – so schwierig ist, Yeshua als Herrn zu empfangen. Ich antworte, dass ein Grund einfach unser Sünde ist – geistlicher Stolz, Scheinheiligkeit, Verbohrtheit, usw. Alle Menschen haben gesündigt und wir Juden sind da sicherlich keine Ausnahme.

Eine besondere Herausforderung betrifft die schwierige Geschichte zwischen der “Kirche” und den Juden. Der christliche Glaube wurde in den letzten 2000 Jahren fälschlicherweise in einem antisemitischen Kontext  präsentiert, und zwar so überzeugend, dass viele Juden den europäischen Antisemitismus und sogar den Völkermord während den Nazi Konzentrationslagern damit in Verbindung bringen.

Hier sehen wir aber auch einen anderen geheimen Grund in Gottes Souveränität. Das Evangelium wurde aus einem göttlichen Grund vor unseren Augen “verborgen”. In Römer 11 erklärt Saul (Paulus), dass die Augen des jüdischen Volks mit Absicht verschlossen wurden, damit die Nachricht von der Rettung in Yeshua sich zu den Heiden ausbreiten konnte. Es ist ein Teil von Gottes wundervollem Plan, in der Endzeit eine Partnerschaft zwischen Juden und Christen entstehen zu lassen (Epheser 2, 11 – 3, 9). Der Schleier der Blindheit gegenüber dem Evangelium wird von unseren Augen genommen werden, wenn Christen anfangen für Israel zu beten (Römer 9, 1-3; 10, 1; 11, 25).

Yeshua liebt nicht nur Jerusalem als Stadt, Er liebt das Volk, das dort lebt… Genau – die Nachkommen von genau jenen Menschen, die Ihn ablehnten; die sogar Seine eigenen Verwandten sind. Er sprach vom Tempel in Jerusalem als “Meines Vaters Haus” (Johannes 2, 16). Wenn Er zurückkommt, wird Er alle Nationen zerstören, die gegen Jerusalem zogen (Sacharja 14, 1-14).

Die Dringlichkeit des Gebets
Das dritte Mal, wo wir Yeshua weinen sehen, betrifft sein tägliches Gebetsleben.

Hebräer 5, 7

Der hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden.

Obwohl Yeshua der Sohn Gottes war, lebte Er wie ein Mensch. Er musste im Glauben leben. Er wurde von der Welt, Seinem Fleisch und dem Teufel angegriffen. Er wurde versucht und es gab Menschen, die versuchten, Ihn zu töten. Er betete ernstlich (Jakobus 5, 16-17). Er war sich der geistlichen Kämpfe und Gefahren rund um Ihn her sehr bewusst. Er nahm nichts als selbstverständlich.

Wenn Er heftig, energetisch und sogar mit Tränen beten musste, um in Heiligkeit und Gottesfurcht zu leben, wieviel mehr wir! Gebet war für Ihn eine Angelegenheit von Leben und Tod – TÄGLICH. Dies sollte uns zu einer neuen Dringlichkeit und Tatkraft für unsere eigenes Gebetsleben motivieren.

Diese drei Leidenschaften, die Yeshua zum Weinen brachten – die Menschheit vom Tod erretten, das Königreich in Jerusalem wieder herstellen und feurige Fürbitte – sollten auch unsere Leidenschaften sein.

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