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Strategische Allianz zwischen evangelikalen Christen und dem Staat Israel
©Asher Intrater October 2007

Kürzlich habe ich am Laubhüttenfest der Christlichen Botschaft in Jerusalem gesprochen. Es gab einige Diskussionen über die Tatsache, dass ein Messianisch-Jüdischer Gemeindeleiter dort lehren würde. Das Thema meiner Botschaft war die strategische Allianz zwischen evangelikalen Christen weltweit und dem Staat Israel. Dies ist mehr als eine strategische Allianz, es ist die Offenbarung der Beziehung von Israel und der Gemeinde.

Ich begann meine Predigt mit der Lesung einiger Schriftstellen aus den Propheten über ein gutes Schicksal für “alle Nationen”. (Das Wort goyim kann als Nationen oder Heiden übersetzt werden.) Einige der Schriftstellen, die ich zitierte waren:

            Jesaja 2, 2

            Jesaja 56, 7

            Jeremia 3, 17

            Amos 9, 12

            Sacharja 14, 16

Die hebräischen Propheten spielen eine wichtige Rolle als Verbindung zwischen der Thora und den Evangelien. Weder die traditionellen christlichen noch die jüdisch-rabbinischen Auslegungen haben ein klares Verständnis der prophetischen Schriften. Die Tatsache, dass in den Propheten ein gutes Schicksal für die Heidennationen beschrieben wird, fordert sowohl Christen, wie auch Juden dazu heraus, ihr gemeinsames Schicksal im Plan Gottes zu verstehen.

Eine erneute Untersuchung der prophetischen Schriften im Licht der Neugründung des Staates Israel verlangt auch eine erneute Erwägung der christlichen und jüdischen Gedanken. Jede Offenbarung Gottes beinhaltet auch eine Art des Denkens, die irgendwie ausserhalb des Gewohnten ist. Hier sind einige Beispiele von der jüdischen Seite:

            Im Jahr 1881, reagierte Eliezer Ben Yehuda auf eine Offenbarung Gottes, die “Sprache der Propheten im Land der Propheten“ wieder zu beleben. Indem er dies tat, wurde er zum Vater der modernen Hebräischen Sprache.

            David Ben Gurion entwickelte seine eigene Methode der Bibelinterpretation, indem er sozialistische und nationalistische Analysen der hebräischen Propheten anwandte. Indem er dies tat, wurde er zum Vater des modernen Staates Israel.

            Rabbi Kook forderte fast alles rabbinische Denken heraus, weil er den säkularen Staat Israel als den ersten Schritt in der Entwicklung hin zum baldigen Messianischen Zeitalter sah. Indem er dies tat, wurde er der erste Oberrabbiner von Israel.

Auf der christlichen Seite forderte die Realität der Wiedergeburt des Staates Israel 1948 und die darauf folgende Eroberung Jerusalems 1967 eine Revolution der Theologie. Das klassische christliche Weltbild sah die Schriften der Propheten als bloss symbolhaft und geistlich, sich lediglich auf die Kirche beziehend. Als sich aber plötzlich diese Prophetien sehr real und historisch nachvollziehbar zu erfüllen begannen, wurde diese ganze „Ersetzungstheologie“ zum Scheitern verurteilt.

Zusätzlich zwingt auch der moderne islamische Djihad mit seinem Hass auf Juden und Christen diese beiden zu einer Allianz. Ab dem Jahr 2000 begannen Israelis zu sagen: “ unsere einzigen Freunde auf der Welt sind die evangelikalen Christen.“

Aber nicht alle Heiden werden ein gutes Ende finden. Im Gegenteil, die Nationen werden gegen Gott, gegen Israel und gegen den Messias rebellieren. Vergleicht:

            Psalm 2, 1

            Sacharja 12, 9

            Sacharja 14, 2

Manche Heiden sind gut, andere sind böse. Israel muss den Unterschied herausfinden: Wer? Was? Warum? Woher werden die “guten” Heiden kommen? Neunundneunzig Prozent der Menschen, die heute regelmässig die Thora von Moses lesen, glauben an Yeshua (Jesus). Ein Teil der Mission des Messias ist es, das Licht des Gottes Israels zu den Nationen der Welt zu bringen (Jesaja 42, 6 und 49, 8). Israel muss sich mit dieser internationalen Gemeinde von Menschen auseinander setzen, die an den Gott Israels glauben und das Volk Israel lieben.

Die Gemeinde muss sich mit der Tatsache auseinander setzen, dass Antisemitismus und der Islamische Djihad nicht einfach „vorübergehen“ werden. Sie werden zentral bleiben bis zum Zweiten Kommen Yeshuas. Wie sonst könnte es passieren, dass “alle Nationen der Erde gegen Jerusalem ziehen?” Zuerst braucht es eine weitverbreitete Ideologie, die nach der totalen Zerstörung des jüdischen Volkes ruft. Dann wird es auch ein internationales politisches Forum brauchen, das eine solche gemeinsame Aktion koordinieren kann.

Die Ideologie der Zerstörung finden wir im Islamischen Djihad. (Ein Argument dafür ist Ahmadinedschads kürzlich abgehaltene „Die Welt ohne Israel“ – Konferenz). Das politische Forum finden wir in der UNO. (Die beiden Elemente kamen letzte Woche zusammen, als Ahmadinedschad zur Generalversammlung der UNO sprach.) Das erste Mal in der Geschichte sehen wir eine Ideologie, die das „Warum“ erklärt und das politische Forum, das das „Wie“ ermöglicht. Es ist sicherlich an der Zeit, dass wir aufwachen.

Die Kombination des Islamischen Djihad und der humanistischen Haltung (in der UNO) ist weit gefährlicher als es Hitlers Drittes Reich jemals war. Die Kombination der zwei scheinbar widersprüchlichen Weltanschauungen (Djihad und Humanismus) erinnert mich an das „Untier“, dessen Füsse im Buch Daniel als eine Mischung aus Eisen und Ton beschrieben werden (Daniel 2, 41; 7, 7).

Die Allianz der evangelikalen Christen mit dem Staat Israel ist nicht nur eine defensive Reaktion auf den Islam und den Antisemitismus, sondern eine pro-aktive Offenbarung des Planes Gottes. Epheser 2 beschreibt eine Ehe zwischen Israel und der Gemeinde; Epheser 3 beschreibt die Partnerschaft zwischen Juden und Heiden im Königreich Gottes. Wenn wir einen Gott haben, so muss Er der Gott aller Menschen sein. Wir glauben an einen Messias, Yeshua, der sowohl das Haupt der Gemeinde (Eph. 1, 20), als auch der König von Israel (Joh. 12, 13) ist.

Die evangelikalen Christen sind eine spirituelle Bewegung, während der Staat Israel eine nationale Regierung ist. Sie haben verschiedene Funktionen, so wie Geist und Seele. Beide haben einen Sinn, beide brauchen einander. Es gibt keinen Grund, dass einer den anderen zu ersetzen sucht. Es gibt keinen Grund für christliche Zionisten eine bestimmte Partei in Israel oder ein bestimmtes politisches Programm in der Regierung zu erzwingen. Es gibt keinen Grund für einen Christen vorzutäuschen, er sei ein Jude.

Auf der anderen Seite kann Israel den christlichen Zionisten als treuen Freunden vertrauen. Es wäre eine Tragödie solch weitverbreitete und gutgemeinte Unterstützung abzulehnen. Es gibt auch keinen Grund für Israel die religiöse Freiheit von Messianischen Juden einzuschränken. Israel sollte stolz darauf sein, dass wir eine Nation sind, die die Freiheit religiösen Ausdrucks erlaubt, auch die der Jüdischen Menschen, die an Yeshua glauben.

Wir messianischen Juden wollen NICHT die Juden zum Christentum bekehren. Auch wollen wir nicht die Christen zum Judaismus bekehren. Wir verlangen eine REFORMATION der Grundlagen von BEIDEN. Dies ist nicht eine oberflächliche Angelegenheit von kultureller Feinfühligkeit, sondern ein liebevoller und gewagter Ruf nach einer biblischen Reformation – einer Reformation, die zur Wiederherstellung Israels führen wird (Apg. 1, 6), zur Auferstehung der Toten (Römer 11, 15) und der Rückkehr des Messias (Mat. 23, 39).

Hesekiel 37, 15-28 beschreibt einen symbolischen Akt, in welchem der Prophet zwei Hölzer nimmt – eines, das die Kinder Israels und eines, das das ganze Haus Israels darstellt – und sie in seiner Hand zusammenbringt. Diese Prophetie bezieht sich auf die Einheit des Volkes Gottes unter der Herrschaft des Messias. Sie kann auf zwei verschiedene Arten interpretiert werden: Erstens, wörtlich, als Einheit im Volk Israel. Zweitens, durch geistliche Erweiterung, als Einheit zwischen dem Überrest Israels und der wahren Gläubigen auf der Welt.

Wir stehen in den Fussspuren Hesekiels heute. Lasst uns beten, dass diese beiden Hölzer in unserer hand eins werden. Dann wird es einen König geben und ein Volk (Hes. 37, 22). Dann wird Sein Königreich eines sein und Sein Name einer (Sach. 14, 9).

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